Review: Bayonetta 1 und 2

Der Leidensweg einer Umbra-Hexe

Bayonetta, das von Platinum Games entwickelte Hack and Slay, hat alles andere als einen einfachen Weg hinter sich. Bei uns erstmalig 2010 erschienen, konnte das Spiel mit der charismatischen Namensgeberin keine überzeugenden Verkaufszahlen vorweisen. So sprang Publisher SEGA ab und ein zweiter Teil war Geschichte, zumindest bis, zur Verwunderung aller, Nintendo die Patenschaft übernahm und den zweiten Teil mit einer Neuauflage des ersten exklusiv für die Wii U veröffentlichte. Auf der Games Award 2017 wurde dann direkt der Nachfolger angekündigt, welcher exklusiv für die Nintendo Switch erscheinen wird. Gleichzeitig wurden am 16. Februar die bisherigen Titel für die Nintendo Switch portiert.

 

Bayonetta – wer bist du?

Bayonetta spielt in einer futuristischen, unser ähnelnden Welt. In dieser Welt gibt es drei eigenständige Dimensionen: Die menschliche Welt, Paradiso und Inferno. Eine vierte Dimension, namens Purgaturio, welche nur magische Wesen betreten können, dient als Verbindung all dieser Reiche.

Die namensgebende Protagonistin Bayonetta, die für eine lange Zeit in einem Sarg am Grund eines Sees gefangen war, verlor bei ihrer Befreiung einen großen Teil ihrer Erinnerung. Nach 20 Jahren erfährt sie dann von einem Informanten über den Aufenthalt des sogenannten Rechten Auges, welches ihr bei der Wiederbeschaffung ihrer Erinnerungen helfen kann.

Die Augen der Welt waren die heilige Schätze der beiden Clans, die Umbra-Hexen und die Lumen-Weisen, welche für das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse zuständig waren. Durch einen Vorfall gerieten die Clans in einen Krieg, welcher auch Auswirkungen auf die anderen Dimensionen hatte und zur Hexenverfolgung führte. Das Linke und Rechte Auge gingen dabei verloren.

Auf dem Weg zur Stadt Vigrid, wo es weitere Hinweise zum Auge geben soll, trifft Bayonetta unter Anderem auf einem jungen Mann namens Luka, welcher einen Groll gegen Bayonetta hegt, einer weiteren Umbrea-Hexe namens Jeanne, welche sich anscheinend auf die Seite der Engel geschlagen hat, und einem jungen Mädchen, welche Bayonetta als ihre Mutter anspricht.

Der zweite Teil beginnt damit, dass sich Jeanne in einem Kampf mit Engeln und dieses Mal sogar Dämonen opfert um Bayonetta zu retten. Diese Schuld will sie nicht auf sich sitzen lassen und möchte die Hölle betreten um Jeanne´s Seele zu retten, bevor es zu spät ist. Auf dem Weg trifft Bayonetta auf einen mysteriösen Jungen mit ungewöhnlichen Kräften, der ebenfalls in die selbe Richtung will. Dieser wird von uns noch unbekannten Gestalten als Hoheit bezeichnet und ist, entgegen den Willen dieser Gestalten, ebenfalls in eine ähnliche Richtung wandert und Bayonetta dabei begleitet.

 

Vier Läufe sind besser als zwei

Bayonetta zeichnet sich durch schnelles Hack and Slay Gameplay aus. Ihre Grundausrüstung besteht dabei aus insgesamt vier Pistolen, wovon zwei an den Schuhen befestigt sind und beim Gehen als Absätze fungieren. Das Spiel bietet dabei noch viele Elemente, welches die Kämpfe abwechslungsreicher machen.

So können bei genügend vorhandener Magie sogenannte Folterangriffe durchgeführt werden, welche unter dem schnellen Drücken einer Taste angeschlagenen Gegner in einer „Folter-Sequenz“ hohen Schaden zufügt. Ein zeitlich gut eingesetztes Ausweichmanöver aktiviert die Hexenzeit, in der sich Gegner deutlich langsamer bewegen.

In den  Bosskämpfen und in einigen Zwischensequenzen kommen auch Quick-Time-Events vor, bei denen ein schneller Tastendruck über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Mit dem zweiten Teil wurde die Aktion „Umbra-Klimax“ eingeführt, welche eure Angriffe für den Verbrauch einer gewissen Menge an Magie um einiges verstärkt und deren Reichweite erhöht. Quick-Time-Events gibt es zudem nur noch vereinzelt und reißen einen nicht mehr aus der Cutscene.

 

Du hast die Haare schön!

Neben den normalen Pistolen oder Schwertern sind auch die magischen Haare einer Hexe, die zufällig auch das Fundament ihres Outfits sind, eine nicht zu unterschätzende Waffe. Diese können sich in übergroße Tiere oder Körperteile transformieren und verheerenden Schaden anrichten. Bosskämpfe enden meist damit, dass Bayonetta ihre Haare in eine riesige Raubkatze verwandelt, die den darauf mickrig wirkenden Engel in Stücke reißt. Zusätzlich kann sie sich mithilfe dieser in magische Bestien verwandeln, die ein schnelles vorankommen am Land oder unter Wasser ermöglichen.

Abseits den normalen Kampfelementen bietet das Spiel auch weitere Gameplay-Variationen, wie zum Beispiel ein rasantes Rennen auf einem Motorrad oder Shooter-Elemente, die stets für Abwechslung sorgen aber niemals fehl am Platz wirken.

 

Das Tor zur Hölle und höllische Drinks

Zwischen den einzelnen Kapiteln oder mitten in den Welten lassen sich Zugänge zum Tor zur Hölle finden. Diese führen euch zur Bar von Rodin, in der ihr eure gesammelten Heiligenscheine (Die Währung im Spiel) gegen Waffen, Items, neue Kampfmoves oder Extras für eure Galerie ausgeben könnt. Diese Heiligenscheine bekommt ihr beim besiegen von Gegnern, zerstören von Objekten,  abschließen von Abschnitten innerhalb eines Kapitels und beim beenden des Kapitels.

Anhand des erlittenen Schadens, die Höhe der Combozahl und der gebrauchten Spieldauer bekommt ihr unterschiedliche Wertungen (Von Stein bis reines Platin), die die Menge der erhaltenen Heiligenscheine bestimmt. Zusätzlich lassen sich in den einzelnen Abschnitten Tore zu einem anderen Ort finden, in dem ihr mit Herausforderungen konfrontiert werdet. Schließt ihr diese erfolgreich ab, erhält ihr ebenfalls Heiligenscheine und weitere Items, wie zum Beispiel zerbrochene Herzteile oder Mondperlen. Sammelt ihr genug dieser zerbrochenen Teile, erhöht sich eure maximale Energie oder Magie.

Zusätzlich können Brauzutaten gesammelt werden, mit denen ihr Lutscher brauen könnt, die euer Leben oder eure Angriffskraft erhöhen oder euch kurzzeitig unverwundbar machen. Mit der Übernahme von Nintendo hat man es sich nicht nehmen lassen und hat Bayonetta mit Kleidern im Design bekannter Nintendo-Titel ausgerüstet, die im zweiten Teil durch Amiibos freigeschaltet werden können. Diese bringen, außer der witzigen Optik, sonst keinen weiteren Mehrwert und sind ein nettes extra, welches nichts am eigentlichem Spielerlebnis verändern.

 

Fazit: ein charismatisches Hexenwerk

Durch die Kombination der verschiedenen Gameplay-Elementen, einer provozierend sexy und charismatischen Protagonistin, überragende Bosskämpfe und einen Ohrwurm-erzeugendem Soundtrack ist Bayonetta mehr als überzeugendes Hack and Slay. Die Switch-Portierung macht dabei alles richtig und bringt butterweiches Gameplay, welches besonders im zweiten Teil mit flüssigeren Bewegungen und einer freien Kamera punkten kann. Das schöne Design der einzelnen Dimensionen und Gegner lässt über das schlauchigere Weltendesign hinwegsehen. Lediglich die etwas oberflächlichen Charaktere ohne wirkliche tiefe lassen die doch eher simple Geschichte etwas fad wirken, sorgt jedoch nicht für Einbußungen am Spaßfaktor und dem Interesse, das Abenteuer der Hexe zu verfolgen. Man sollte jedoch schon einen kleinen Fable für japanisch angehauchte Spiele mit sehr vielen Übertreibungen mitbringen. Dennoch eine wahrlich unterschätzte Spielreihe, die dank Nintendo zum Glück nicht das frühzeitige Ende finden musste.

 

87
Wertung
Review: Bayonetta 1 und 2 (Nintendo Switch)
Fazit
Ein unglaublich durchgestyltes Hack and Slay mit einer der wohl provokantesten aber coolsten Protagonistin. Die kleinen Kritikpunkte haben negativen Auswirkungen auf den Spielspaß und sowohl Core-Gamer als auch Gelegenheitsspieler werden mit den anpassbarem Schwierigkeitsgraden inklusive Automatikmodus ihren Spaß finden.
Pro
Charismatische Protagonistin
Schnelles, spaßiges und abwechslungsreiches Gameplay
Geniale Bosskämpfe, sowie irres Gegner- und Weltendesign
Wunderbarer Soundtrack
Contra
Schlauchige Level, die teilweise wiederverwertet werden
Fehlende Charaktertiefe
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Miguel
24, Gamer auf jeder Plattform.
Zockt aktuell:
Persona 5, Monster Hunter World

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