Ein tolles Jahr im Rückblick: Nintendo Switch, Singleplayer Games und Lootboxen!

2017 gilt für viele als grandioses Jahr für die Videospielindustrie. Wir blicken nun am letzten Tag des Jahres zurück auf ein Jahr voller toller Spiele, aber auch die Enttäuschungen und kontroversen Themen des Jahres möchten wir euch nicht verschweigen.

 

Das Jahr begann mit der Enthüllung der Nintendo Switch Anfang Januar. Die neue Konsole von Nintendo überraschte viele mit einem Hybrid Konzept, dass das klassische Konzept der Heimkonsole durchbrechen sollte. Direkt nach der Ankündigung waren die Meinungen noch sehr gespalten, vor allem das Launch Line-Up wurde vielfach kritisiert. Nintendo fuhr mit der Switch die Strategie, statt zum Launch mehrere Blockbuster zu bringen jeden Monat ein Spiel am Start zu haben. Wie sich im nachhinein herausstellte ein Volltreffer. Das Momentum wurde nach dem hochgelobten Breath of the Wild mit Mario Kart 8 Deluxe, ARMS und Splatoon 2 hochgehalten und die Switch entwickelte sich zu einem Verkaufsschlager.

 

Einer der Verkaufsgründe für die Nintendo Switch: The Legend of Zelda: Breath of the Wild

 

Die zweite große Konsolenneuerscheinung feierte Microsoft mit der Xbox One X, der leistungsstärksten Konsole der Welt. Während hier lange Zeit über die technischen Spezifikationen geredet wurden, wollten viele Gamer vor allem eines von Microsoft: neue Exklusivspiele. Die Xbox One X hatte neben dem kleinen Titel Super Luckys Tale keine Launch Titel. Die breite Masse sollte die Xbox One X nie erreichen, sie steht vor allem für 4K Gaming und die bestmögliche Konsolenpräsentation. Wir hoffen, dass Microsoft im Jahr 2018 es schafft, mehr Gamer von ihrem Line-Up zu überzeugen, denn die Konkurrenz tut der gesamten Branche unglaublich gut.

 


 

Kommen wir zu den Überraschungen des Jahres: Mit Hellblade: Senua’s Sacrifice landete Ninja Theory (mal wieder!) einen der Überraschungshits des Jahres. Hellblade ist tiefgründig, spielt mit der Psyche des Spielers, schafft es einem wahrhaftige Angst zu machen und das bei einem Thema, an das sich vorher kaum ein Entwickler getraut hat. Ninja Theory entschied sich, dass Spiel zu einem Preis von 29,99€ und nur digital zu veröffentlichen, ein Volltreffer, denn mittlerweile ist man in den schwarzen Zahlen angekommen. Eine weitere Überraschung war für viele der Xbox/PC Hit Cuphead. Lange Zeit immer wieder verschoben ist der Titel mittlerweile ein Millionenseller geworden und einer der wenigen positiven Momente für Xbox in 2017. Man könnte hier noch einige weitere Beispiele wie die erfolgreiche Rückkehr von Resident Evil mit Teil 7 nennen, den Erfolg der Nintendo Switch, mit dem in dem Maße wohl kaum einer gerechnet hat, Guerilla Games erfolgreichen Einstieg in Open World Spiele und so vieles mehr…

 

Nach Enslaved die nächste Überraschung von Ninja Theory: Hellblade: Senua’s Sacrifice

 

Wohl DIE Überraschung des Jahres stellt aber PlayerUnknow’s Battlegrounds dar. Der Erfolgshit erschien im März als Steam Early Access Titel und konnte seitdem viele Millionen Spieler erreichen, stellt einen Steam Rekord nach dem nächsten auf und gilt als einer der Titel, auf den die gesamte Branche nun wohl schauen wird. Im Dezember erschien der Titel nun auch als Xbox One Game Preview Titel, die Vollversion wird wohl 2018 erscheinen.

 

Doch 2017 hielt natürlich auch einige Enttäuschungen für uns bereit. Das Jahr begann für Xbox Fans gleich mit einer großen Enttäuschung: Scalebound, ein Spiel auf das sich viele gefreut haben und einer der Hoffnungen für Xbox, wurde auf Grund einer durchwachsenen Entwicklungsphase gecancelt. Die erste große spielerische Enttäuschung stellte ganz klar Mass Effect: Andromeda dar. In Erinnerung geblieben sind mir vor allem schwache Charaktere, leblose Spielwelten und komische Animationen und Bugs. Weiter ging es mit Syberia 3, einer Fortsetzung zu einen beliebten Franchise der Anfang 2000er. Leider schaffte es das Spiel nicht, im aktuellen Jahrzehnt anzukommen.

 

Der Untergang für Bioware Montreal: Mass Effect Andromeda

 

Enttäuschend war für mich auch das immer stärker zu spürende Desinteresse an Singleplayer Games von der breiten Masse und von ersten Publishern. Es ist Gewiss kein neuer Trend,  aber ich finde 2017 konnte man ihn trotz hochklassigen Singleplayer Games wie Horizon und Zelda deutlich spüren. Spiele wie Resident Evil 7, Wolfenstein 2, Prey und The Evil Within 2 blieben trotz guter Wertungen von Fachpresse und Spielern hinter den Erwartungen zurück. Auch hier muss ich wieder auf EA eingehen, die Visceral Games geschlossen haben und ein Star Wars Projekt an Motive weitergegeben haben, die das Spiel mit mehr Multiplayer Komponenten versehen sollen.

 


 

Spielebewertungen sollen uns objektiv darüber informieren, wie gut oder schlecht ein Spiel ist. Dass sich unsere Meinung da oftmals unterscheidet ist kein Geheimnis.
Doch nicht nur der persönliche Geschmack ist abhängig davon, sondern auch der finanzielle Erfolg.
Am Ende des Jahres schauen wir zurück und wollen wissen, welches Spiel sich am Besten verkauft hat. Immerhin ist dies eher ein Grund dafür, dass ein Sequel entsteht, als eine negative Review. Als Vergleichswert nutzen wir hier die aktuellen Angaben von VGChartz.

 

Denn trotz der alljährlichen eher negativen Kritik schaffen es oftmals auch die Spiele an die Spitze, die für den Massenmarkt geschaffen sind.
Mit rund 9 Millionen Verkäufen auf PS4 und Xbox One schlägt sich FIFA 18 durch ein wirklich bahnbrechendes Spielejahr und sichert den Platz an der Spitze. Den zweiten Platz macht ebenfalls ein Spiel, dass im allgemeinen als das “Mainstream”-Spiel schlechthin gilt: Call of Duty WW2. Ob dies der langersehnten Abwendung vom modernisierten/futuristischen Krieg zu verdanken ist, kann man jedoch nur spekulieren.

 

Natürlich wieder ein absoluter Verkaufsschlager: FIFA 18

 

Auch wenn sich Fans jährlich beschweren und die Kritiken dann eher negativ ausfallen, scheinen sie dennoch konkurrenzlos gut gekauft zu werden.
Wenn wir uns die restlichen Spiele anschauen, sehen wir jedoch eine weitere große Entwicklung. Denn Nintendo hat mit der Switch mehr als überzeugen können und mit Zelda, Mario Odyssey, Mario Kart und Splatoon 2 gleich vier ihrer Titel in der Top 10. Auch Pokémon hat sich trotz Veränderungen wieder gut verkaufen können.
Die Verkaufsschlager von Sony waren dieses Jahr Horizon: Zero Dawn und Crash Bandicoot. Dass dieses Jahr ein HD-Remake in den internationalen Verkaufscharts landet, hätte man nicht gedacht. Doch wenn eins gesagt werden kann, dann das dieses Jahr generell sehr gute Exklusivtitel erschienen sind. In Anbetracht dessen, dass viele der Highlights auch Nieschentitel waren, ist es auch nicht verwunderlich, dass dort einige sehr gute Spiele dennoch nicht so stark verkauft werden.

 


 

Obwohl dieses Jahr unglaublich stark war und uns so einige Kracher stundenlang an die Konsole gefesselt haben, war nicht alles immer rosig gewesen.
Im Endeffekt, egal wie viel Liebe Entwickler in die Spiele stecken oder wie sehr sie mit der Community verbunden sind, so sind es am Ende des Tages immer noch Unternehmen die Geld verdienen müssen. Neben richtigen DLC´s mit Content haben sich dieses Jahr nämlich besonders die Mikrotransaktionen und Lootboxen einen größeren Namen gemacht.
Kaufbare Lootboxen müssen im Allgemeinen nichts schlimmes sein. Problematisch wird es nur dann, wenn man mit dem Kauf tatsächlich einen spielerischen Vorteil erlangen kann.

 

EA ist schon lange dafür bekannt, dass sie gerne Inhalte für Geld anbieten. In FIFA Ultimate Team kann man schon seit Jahren bessere Spieler für Echtgeld kaufen. Hier ist es jedoch so, dass Skill überwiegt und ein Profi auch mit einem schlechtem Team noch gewinnen kann. Den Vogel abgeschossen hat EA jedoch mit Star Wars Battlefront 2. Lootboxen, welche man für echtes Geld kaufen können sollte, beinhalten Perks die manche Helden bis zu 30% stärker machen. Diese Helden freizuspielen kostet zusätzlich eine bestimmte Anzahl an Credits. Der Erwerb dieser Credits war auf einen täglichen Wert begrenzt und die Preise dafür waren so hoch, dass man exorbitant lange hätte spielen müssen, um diese freizuschalten. – Oder man kauft diese eben ein.

 

Sorgte Ende des Jahres für eine Menge Ärger: Star Wars Battlefront 2

 

Der dazugehörige Shitstorm war so groß, dass EA kurz vor Release komplett zurück gerudert ist und alle Möglichkeiten der Mikrotransaktionen entfernt hat. Der Reddit-Beitrag, in dem man sich versucht hat zu erklären, war innerhalb kürzester Zeit der Beitrag mit den meisten Downvotes.
Dies führte dazu, dass darüber debattiert wurde, ob das “Lootbox-System” als Glücksspiel gilt und Spiele solcher Art verboten werden sollen. Ergeben hat sich, dass sich die BPjM nun genauer Spiele unter diesem Aspekt prüfen wird. Es könnte also bald schon sein, dass besagte Spiele verboten werden oder grundsätzlich keine Altersfreigabe erhalten. Eventuell sehen andere Unternehmen das Ganze auch als Warnung seitens der Community an und verzichten komplett auf kaufbaren Content.

 


 

In den letzten Tagen haben wir euch in zahlreichen Umfragen auf Twitter unter dem Hashtag #GameNotifyAwards nach euren Highlights des Jahres gefragt, die Gewinner lauten wie folgt:

 

Shooter des Jahres: Wolfenstein 2: The New Colossus (MachineGames, Bethesda)

Rollenspiel des Jahres: Horizon: Zero Dawn (Guerilla Games, Sony)

Bestes Remaster/Remake des Jahres: Mario Kart 8: Deluxe (Nintendo)

Action-Adventure des Jahres: The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Nintendo)

Rennspiel des Jahres: Forza Motorsport 7 (Turn10, Microsoft Studios)

Größte Überraschung des Jahres: Hellblade: Senua’s Sacrifice (Ninja Theory)

Most Wanted 2018: Red Dead Redemption 2 (Rockstar Games, Take Two)

Game of the Year: The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Nintendo)

 


 

Ein insgesamt super Jahr für Spieler geht also zu Ende, auch wenn mir einige Trends nicht gefallen und die Probleme wohl nicht unbedingt weniger werden freue ich mich bereits auf das nächste Jahr, welches auch viele erfolgreiche Spiele mit sich bringen wird! Das gesamte GameNotify Team wünscht euch einen guten Rutsch bzw. wenn ihr das erst 2018 lest ein frohes neues Jahr!

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Thorben
Redakteur & PR
- Gamer seit 1994
- Spielt am liebsten Action-Adventures & RPGs
- Gründer von PSDealz und GameNotify.

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